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Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie

Patienteninformationen

Die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) nutzt die Effekte einer Sauerstoffgabe während der Therapie in unserer Druckkammer. Durch die Überdruckexposition werden das Volumen von im Körper befindlichen Gasblasen verringert sowie die Löslichkeit der Gase so verbessert, dass ein schneller Abtransport aus dem Gewebe über das Blut bis in die Lunge erfolgen kann.

Dieses Therapieprinzip ist die kausale Behandlungsoption für Patienten mit Luft- oder Gasembolien (Gasbläschen im Gefäßsystem) und nach Dekompressionsunfällen, zum Beispiel Tauchunfällen. Die Kompressionsbehandlung wird durch die Sauerstoffatmung unter Überdruck unterstützt. Hierdurch wird ein vielfach gesteigertes Sauerstoffangebot auch in schlecht durchbluteten Geweben erreicht. Diese Behandlung ist additiv bei Patienten mit clostridialer Myonekrose (rasant fortschreitende schwere Weichteilinfektion) indiziert.

Der Sauerstoffgehalt im Blut kann, unter den üblichen Therapieschemata, bis zu 20 fach gesteigert sein. Da dies durch die zusätzliche Lösung von Sauerstoff im Blut, unabhängig von der Bindung an Hämoglobin (Sauerstofftransportmolekül im Blut) erfolgt, spielt die hyberbare Oxygenierungstherapie (HBOT) bei der Behandlung von schweren Gewebesauerstoffmangelzuständen, z.B. ausgelöst durch eine Kohlenmonoxidvergiftung, eine entscheidene Rolle.

Darüberhinaus werden durch Aktivierung biologischer „Reparaturmechanismen“, aber auch durch die Verminderung des „Gewebewassers“ (Ödem) eine Wundheilungsförderung sowie eine  Infektionsbehandlung durch die Mechanismen der HBOT initiiert bzw. unterstützt.

Wirkungen der HBOT

  • Verkleinerung von Gasblasen
  • Beschleunigung der Elimination von Kohlenmonoxid
  • Verbesserung der Gewebesauerstoffversorgung
  • Ödemreduktion
  • Angioneogenese (Neubildung kleiner Gefäße)
  • Verstärkung der Infektabwehrmechanismen
  • Förderung der Wundheilung

Indikationen zur HBOT

  • Tauch- und Überdruckunfälle
  • Kohlenmonoxidvergiftung/ Rauchgasvergiftung
  • Schwere Weichteilinfektionen (Gasbrand, nekrotisierende Fasziitis)
  • Luft- und Gasembolien
  • Bestrahlungsspätschäden (Knochennekrosen, chronische Schmerzen, Blasen- Mastdarmentzündung)
  • Hörsturz
  • Problemwunden (insbesondere „diabetisches Fußsyndrom“)
  • Knochenentzündungen

Bei Fragen, ob bei Ihrer Erkrankung bzw. Ihren Beschwerden mit Hilfe der HBOT eine Besserung oder gar Beseitigung der Beschwerdesymptomatik erfolgsversprechend erscheint, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt über die folgende Email auf:

HBO-Druckkammer@medizin.uni-leipzig.de

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Voruntersuchungen

Neben dem ärztlichen Beratung- und Aufklärungsgespräch ist vor jeder Druckkammerbehandlung eine Druckkammertauglichkeitsuntersuchung notwendig.  Zur abschließenden Beurteilung können ggf. weitere Untersuchungen notwendig sein.

Regelhaft werden folgende Befunde benötigt:

  • Anamnese/ körperliche Untersuchung/ neurologische Untersuchung
  • Funktionsuntersuchung Mittelohr
  • EKG
  • Lungenfunktionsprüfung/ Rö-Thorax

Erweiterte Untersuchungsbefunde in Rücksprache mit dem HBO - Arzt :

  • Ggf. Blutuntersuchungen
  • Ggf. augenärztliche Untersuchung
  • Ggf. Belastungs-EKG (Fahrradergometrie)
  • Ggf. Herzultraschalluntersuchung

Risiken und Kontraindikationen

Für Notfallbehandlungen gibt es keine Kontraindikationen!

Insbesondere Herz- Kreislauf-, Lungen-, HNO- und Neuro-psychiatrische Erkrankungen müssen in die Nutzen-Risiko Abwägung einer möglichen HBOT einbezogen werden. Darüberhinaus bedürfen vorangegangene Operationen, implantierte Geräte (Herzschrittmacher, Insulinpumpe etc.) aber auch akute Infekte der Atemwege einer besonderen Abwägung hinsichtlich der Riskoeinschätzung einer möglichen HBO Therapie.  Mit Ausnahme einer Notfallsituation sind schwangere Patientinnen von der HBO Therapie ausgeschlossen. 

Zu den möglichen Nebenwirkungen einer HBO-Therapie wird Sie Ihr HBO-Arzt, im Rahmen des obligaten Arzt-Patienten Gespräches, ausführlich aufklären und die individuellen Risiken mit Ihnen besprechen.

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Behandlungsdauer

Die unterschiedlichen Behandlungsprotokolle haben eine Zeitdauer von ca. 2,5 h (in Ausnahmefällen bis maximal 8 h).  In den allermeisten Fällen sind mehrere Sitzungen, zu Behandlungsbeginn vielleicht sogar mehrfach innerhalb der ersten Tage, notwendig. Bei chronischen Problemen (z.B. Wundheilungsstörungen) kann dies eine tägliche Behandlung über mehrere Wochen bedeuten. Ihr Arzt wird im Rahmen der Druckkammertauglichkeitsuntersuchung mit Ihnen ein sinnvolles und umfassendes Therapiekonzept erarbeiten.

Kostenübernahme

Bis auf wenige (Notfall-) Indikationen werden die Kosten der HBOT von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet.  Dennoch ist im Einzelfallverfahren die Kostenerstattung durch die Krankenkasse individuell zu prüfen. Wir unterstützen Sie in diesem Prozess selbstverständlich gern.

Vor Behandlungsbeginn wird Ihnen ein detaillierter Kostenplan erstellt.

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telefon 0341-97-17700
icon-fax 0341-97-17709
anaesthesie@medizin.uni-leipzig.de 

Unter der Telefonnummer
0341 - 97 - 19702 
stehen Ihnen die Ärzte unserer Intensivstation rund um die Uhr zur Verfügung.

Unter der Telefonnummer
0341 - 97 19702 / 19706
stehen Ihnen die Ärzte unseres Hyperbarmedizinischen Zentrums rund um die Uhr zur Verfügung.

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