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Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie

Antiinfektiva und Adipositas

Klinische Forschung in der Antiinfektivatherapie stellt ein hochspannendes und auch hochaktuelles Forschungsgebiet in der Intensivmedizin im drohenden postantibiotischen Zeitalter dar. Ihre Bedeutung über die Sepsisforschung hinaus ist anerkannt und auch auf dem Gebiet der Dosierung sind noch viele Fragen ungeklärt. Fragen zu Pharmakokinetik als auch Pharamakodynamik vor allem Im Zielgewebe aber auch der Einfluss von Faktoren wie Adipositas sind heute vielfach unzureichend wissenschaftlich beantwortet. In der aktuellen S2k-Leitline zur kalkulierten parenteralen Antibiotikatherapie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft wird für weitere wissenschaftliche pharmakologische Untersuchungen die Verwendung der Mikrodialysetechnik empfohlen. Mittels der Mikrodialysetechnik als interessante wissenschaftliche Methode werden unterschiedlichste Antibiotika im Zielgewebe mit verschiedenen Indikationen bei Patienten aller Gewichtsklassen untersucht. Erste Ergebnisse führten auch zu weiteren eigenen wissenschaftlichen Untersuchungen experimenteller Art.

 

Ansprechpartner:

Dr. Philipp Simon

Referenzen

Daniela Burau, David Petroff, Philipp Simon, Lisa Ehmann, Christine Weise, Christoph Dorn, Alexander Kratzer, Hermann Wrigge, Charlotte Kloft. Drug combinations and impact of experimental conditions on relative recovery in in vitro microdialysis investigations. Eur. J. Pharm. Sci. 127 (2019) 252–260. 

P. Simon, D. Petroff, S. Hochstädt, A. Dietrich, C. Kloft, M. Zeitlinger, F. Kees, S. Stehr, H. Wrigge. Einfluss von Adipositas auf Plasma und Gewebespiegel von Linezolid nach Einmalapplikation –Eine kontrollierte klinische Studie. Anästh Intensivmed 2018;59:399

P. Simon. Antiinfektive Therapie – klinische Forschung. Anästh Intensivmed 2018;59:544

Dorn C, Kratzer A, Liebchen U, Schleibinger M, Murschhauser A, Schlossmann J, Kees F, Simon P, Kees MG. Impact of Experimental Variables on the Protein Binding of Tigecycline in Human Plasma as Determined by Ultrafiltration. J Pharm Sci. 2018 Feb;107(2):739-744

 

 

 

 

Polytrauma

Die Schwerverletztenversorgung ist eine interdisziplinäre Herausforderung und erfordert von allen beteiligten Fachdisziplinen eine strukturierte Organisation bei der Versorgung. Die sichere Durchführung lebensrettender Maßnahmen unter zeitkritischen Bedingungen ist die Voraussetzung für ein gutes Behandlungsergebnis und erfordert daher eine entsprechende Ausbildung und Erfahrung. Eine Kontrolle dieses hohen Anspruchs durch Qualitätsmanagement ist ein wichtiges Instrument um geltende Mindeststandards zu gewährleisten und um weitere Risiken für den Patienten zu minimieren. Darüber hinaus können neue Erkenntnisse eine relevante Bedeutung für die Akutversorgung Schwerverletzter haben. Die bislang gewonnenen Bestandsaufnahmen aus der Patientenversorgung zeigen, dass bereits empfohlene Hilfsmittel bei invasiven Maßnahmen zukünftig noch konsequenter einzusetzen sind. Andererseits werden durch die Studienergebnisse (z.B. unerwünschte Wirkungen synthetischer Kolloidlösungen) auch etablierte Vorgehensweisen infrage gestellt. Um die Qualität in der Schwerverletztenversorgung weiter zu verbessern sind daher weitere Arbeiten und Handlungsempfehlungen erforderlich.

Die Arbeitsgruppe für Polytrauma und Schwerverletztenversorgung beschäftigt sich hauptsächlich mit zwei Themenkomplexen:

  • Versorgungsforschung von Maßnahmen in der Akutversorgung (z.B. Atemwegsmanagement, Anlagen invasive Zugänge und Thoraxdrainagen).
  • Identifikation von Prädiktoren des Behandlungsergebnisses (z.B. Blutglucose, Co-Morbidität, second hit-Phänomen, Transfusion/Gerinnungsfaktoren).

Ansprechpartner:

Dr. med. Manuel Struck

 

Publikationen:

 

Struck MF, Fakler JKM, Bernhard M, Busch T, Stumpp P, Hempel G, Beilicke A, Stehr SN, Josten C, Wrigge H. (2018) Mechanical complications and outcomes following invasive emergency procedures in severely injured trauma patients. Sci Rep.8(1):3976.

Struck MF, Ewens S, Fakler JKM, Hempel G, Beilicke A, Bernhard M, Stumpp P, Josten C, Stehr SN, Wrigge H, Krämer S. (2018) Clinical consequences of chest tube malposition in trauma resuscitation: single-center experience. Eur J Trauma Emerg 2018 doi: 10.1007/s00068-018-0966-z.

Hilbert-Carius P, Schwarzkopf D, Reinhart K, Hartog CS, Lefering R, Bernhard M, Struck MF. (2018) Synthetic colloid resuscitation in severely injured patients: analysis of a nationwide trauma registry (TraumaRegister DGU). Sci Rep. 2018 Aug 1;8(1):11567.

Struck MF, Ewens S, Schummer W, Busch T, Bernhard M, Fakler JKM, Stumpp P, Stehr SN, Josten C, Wrigge H. (2018) Central venous catheterization for acute trauma resuscitation: Tip position analysis using routine emergency computed tomography. J Vasc Access.19(5):461-466.

Supraglottische Atemwegshilfen / Atemwegssicherung

Supraglottische Atemwegshilfen wurden als Alternative zur endotrachealen Intubation und zur Maskenbeatmung entwickelt. Sie haben einen großen Stellenwert in der klinischen Anästhesie, beim schwierigen Atemweg und in der Notfallmedizin. In den vergangenen Jahren wurden viele Modifikationen der ursprünglichen Larynxmaske entwickelt, die die Beatmungseigenschaften verbessern und die Sicherheit erhöhen sollen. Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich zum einen in klinischen und experimentellen Studien mit Fragen der Beatmungsoptimierung und der Sicherheit solcher Atemwegshilfen und mit Fragen des Atemwegsmanagements auf Intensivstationen. 

Ansprechpartner:

 

Publikationen: 

Voelker MT, Wiechmann M, Dietz A, Laudi S, Bercker S: Two-Year Follow-Up After Percutaneous Dilatational Tracheostomy in a Surgical ICU. Respir Care 2017, 62:963-969.

Dunnebier A, Gardill D, Kowalski I, Kaisers UX, Busch T, Hohne C, Stolzenburg JU, Bercker S: Laryngeal tube suction II or endotracheal intubation for laparoscopic radical prostatectomy in a head down position: A randomised controlled trial. Eur J Anaesthesiol 2017, 34:441-447.

Schmidbauer W, Bercker S, Volk T, Bogusch G, Mager G, Kerner T: Oesophageal seal of the novel supralaryngeal airway device I-Gel in comparison with the laryngeal mask airways Classic and ProSeal using a cadaver model. Br J Anaesth 2009, 102:135-139.

Bercker S, Schmidbauer W, Volk T, Bogusch G, Bubser HP, Hensel M, Kerner T: A comparison of seal in seven supraglottic airway devices using a cadaver model of elevated esophageal pressure. Anesth Analg 2008, 106:445-448.

Photodynamische Inaktivierung

Die Zunahme multiresistenter Erreger (MRE) erfordert die Entwicklung neuer Therapieverfahren. Wir untersuchen die Wirkungen der photodynamischen Inaktivierung (PDI), bei der es mittels Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies zu einem bakteriziden Effekt kommt. Photodynamische Inaktivierung (PDI) ist ein innovatives und von Antibiotikaresistenzen unabhängiges Verfahren. Bei der PDI handelt es sich um eine photochemische Reaktion, die Licht und einen Photosensibilisator kombiniert, um reaktive Sauerstoffspezies (ROS) zu erzeugen, wie Singulett-Sauerstoff (1O2) und Hydroxylradikale (°OH). Im Gegensatz zu Antibiotika verursacht PDI einen unspezifischen bakteriziden Effekt und führt nicht zur Selektion resistenter Stämme.

In unseren Untersuchungen testen wir eine PDI-Behandlung der durch die WHO als Critical- und High-Priority definierten Erregern in vitro unter Einsatz von neuartigen Photosensibilisatoren. Hierbei werden klinische Isolate der dieser Krankheitserreger verwendet. Es werden unterschiedliche Bestrahlungsarten zur Anregung des Photosensibilisators getestet und eine effektive Aktivierung mit LED-Strahlungsquellen als klinisch einfach anwendbare Methode evaluiert. Die photodynamische Inaktivierung ist ein potentiell hocheffektives Eradikationsverfahren und eine resistenzunabhängige Therapieform für MRE-Infektionen.

Ansprechpartner

Svitlana Ziganshyna, PD Dr. Robert Werdehausen

Publikationen

Ziganshyna S, Guttenberger A, Lippmann N, Rüffer T, Bercker S, Stehr SN, Werdehausen R (2018) Effektive photodynamische Inaktivierung multiresistenter Bakterien (3/4MRGN, VRE, MRSA) mittel infraroter LED-Lichtbestrahlung und dem Photosensibilisator THTPS in vitro Abstract, Deutscher Anästhesie Congress.

Ziganshyna S, Guttenberger A, Lippmann N, Rüffer T, Bercker S, Stehr SN,  Werdehausen R (2017) Photodynamische Inaktivierung als innovatives Verfahren zur Bekämpfung multiresistenter Erreger Abstract, DIVI Congress.

Schastak S, Ziganshyna S, Gitter B, Wiedemann P, Claudepierre T (2010) Efficient photodynamic therapy against gram-positive and gram-negative bacteria using THPTS, a cationic photosensitizer excited by infrared wavelength PLoS One, 5:e11674.

Qualitätspolitik und Qualitätsmanagement

Leitbild

Unsere Arbeit zielt auf die Erreichung der bestmöglichen medizinischen Behandlungsqualität und Sicherheit für unsere Patienten. Dabei behalten wir stets den individuellen Patientennutzen medizinischer Maßnahmen im Blick. Im Spannungsfeld zwischen Patienteninteressen, den Erwartungen der Angehörigen, gesellschaftlichen Anforderungen und Normen sowie wirtschaftlicher Rahmenbedingungen leiten ethische Prinzipen und eine wissenschaftlich fundierte evidenzbasierte Medizin unser Handeln. Wir schaffen eine respektvolle und menschliche Umgebung für unsere Patienten, deren Angehörige, unsere Mitarbeiter und Studierende, in der wir vertrauensvoll zusammenarbeiten. Durch medizinische Forschung, studentische Lehre und berufliche Weiterbildung erwerben, vermitteln und erweitern wir kontinuierlich unser Wissen und unsere Kompetenzen. Damit arbeiten wir beständig an der Verbesserung von Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung und fördern die Entwicklung unserer Klinik und des Universitätsklinikums.

 

Qualitätspolitik

Durch die Einführung und Umsetzung des Qualitätsmanagementsystems sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie unterstützt werden, eine qualitativ hochwertige Arbeit zu leisten und die fachlichen, gesetzlichen, behördlichen und UKL-spezifischen Anforderungen zur erfüllen.

Das Qualitätsmanagement-System der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie orientiert sich in seiner Struktur an der DIN EN ISO 9001:2015.

Qualität

Durch die Einführung, Umsetzung und Weiterentwicklung eines Qualitätsmanagementsystems verpflichten wir uns zu einer kontinuierlicher Verbesserung der Qualität unserer Arbeit. Wir überprüfen unsere Qualitätsziele regelmäßig und nehmen an externen Qualitätssicherungsmaßnahmen teil. Wir erfassen die Bedürfnisse und Zufriedenheit unserer Patienten und deren Angehörigen sowie die Zufriedenheit der Mitarbeiter, der Studierenden sowie der zuweisenden Kollegen und unserer Kooperationspartner. Unser Handeln in einem grundsätzlich interdisziplinären Kontext richtet sich nach den Bedürfnissen der Patienten und ihrer Angehörigen und berücksichtigt aktuelle Empfehlungen und evidenzbasierte Leitlinien. Sinnvolle organisatorische Abläufe, strukturierte Prozesse, eine vollständige und nachvollziehbare Dokumentation der erbrachten Leistungen, sowie ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Ressourcen unterstützen Qualität und Wirtschaftlichkeit unserer Klinik.

Berufliche Aus- und Weiterbildung

Wir wollen voneinander lernen und verpflichten uns zu einer kontinuierlichen beruflichen Aus-, Fortund Weiterbildung als Voraussetzung für die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der hohen Sicherheit und Behandlungsqualität unserer Arbeit. Wir engagieren uns in der beruflichen Aus- und Weiterbildung von verschiedenen Berufsgruppen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Im Interesse einer bestmöglichen Behandlungsqualität und Sicherheit für unsere Patienten streben wir die nachhaltige Verbesserung der interdisziplinären Zusammenarbeit am Universitätsklinikum Leipzig an. Daher kooperieren wir eng und vertrauensvoll mit allen Fachdisziplinen.

Studentische Lehre und Forschung

Wir nehmen unsere Aufgaben in der curricularen und fakultativen Lehre für Studierenden der Human- und Zahnmedizin wahr. Wir betrachten dies als eine zentrale Aufgabe unserer Klinik und arbeiten gemeinsam mit den Organen der Fakultät an der kontinuierlichen Verbesserung der Lehrangebote für die Studierenden.

 

Qualitätsziele

Auf der Basis des Leitbildes und der Qualitätspolitik wurden Qualitätsziele formuliert und für deren Erreichung Maßnahmen und Projekte entwickelt. Die Überprüfung und Überarbeitung der Ziele und Maßnahmen erfolgt im Rahmen von Managementbewertungen und Qualitätszirkeln.

Die übergeordneten Qualitätsziele der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie sind:

1. Wir wollen die bestmögliche Behandlungsqualität und Sicherheit für unseren Patienten in allen Klinikbereichen sicherstellen.

2. Wir wollen ein Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9001:2015 einführen und umsetzen.

3. Wir wollen die Zufriedenheit unserer Patienten und ihrer Angehörigen regelmäßig messen und verbessern.

4. Wir wollen unsere Leistungen durch eine vollständige, zeitgerechte und transparente Dokumentation nachweisen.

5. Wir wollen die perioperative Versorgung von Patienten am UKL verbessern und so einen Beitrag zur Sicherung des operativen Behandlungsergebnisses leisten.

6. Wir wollen einen hohen Qualifikationsstand unserer Mitarbeiter erreichen und entwickeln.

7. Wir wollen Innovationstreiber bei der Weiterentwicklung der studentischen Lehre bleiben.

8. Wir wollen die Kenntnisse aller Mitarbeiter zu den normativen Anforderungen in der experimentellen und klinischen Forschung verbessern und Standardvorgehen für unsere Klinik entwickeln, die deren Einhaltung in allen Klinikbereichen sicherstellen.

9. Wir wollen den Anteil unserer Patienten, die innerhalb klinischer Studien behandelt werden, systematisch erfassen und mittelfristig erhöhen.

telefon 0341-97-17700
icon-fax 0341-97-17709
anaesthesie@medizin.uni-leipzig.de 

Unter der Telefonnummer
0341 - 97 - 19702 
stehen Ihnen die Ärzte unserer Intensivstation rund um die Uhr zur Verfügung.

Unter der Telefonnummer
0341 - 97 19702 / 19706
stehen Ihnen die Ärzte unseres Hyperbarmedizinischen Zentrums rund um die Uhr zur Verfügung.

Lernen Sie unsere Mitarbeiter kennen.

Wer sich an unserer Klinik bewerben möchte, findet hier wichtige Informationen.

Informationen zur Struktur der Facharztweiterbildung an unserer Klinik

ATLS-Kurstermine an unserer Klinik

Informationen Qualitätspolitik und  Qualitätsmanagement

Login für Mitarbeiter der Klinik

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